Streifzug durch die Vorderwälder Botanik

Tage wie dieser haben den Begriff „Hochsommer“ verdient!

Wer will sich da nicht mit der restlichen Bevölkerung um ein Schattenplätzchen im Schwimmbad balgen??

Ich, zum Beispiel!!

Bei über 30 Grad konnte ich mir sicher sein, dass sich der Ansturm auf´s „Nord“ in Grenzen hält. Und genauso war´s.

 

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Eigentlich wollte ich mich heute Nachmittag ausschließlich der Teeernte, vor allem den Himbeerblättern widmen. Vielleicht noch ein bischen Mädesüß, aber das wäre es dann auch schon gewesen.

Das Resultat war eine 3 stündige Entdeckungstour im Vorderen Bregenzerwald. Den Biophilia Effekt konnte ich voll und ganz auskosten, denn hatte ich das ganze Gebiet für mich allein!

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Los geht´s mit den unterschätzt, heilsamen Himbeerblättern (Rubus idaeus), die Dank ihres hohen Vitamin C Gehaltes u.a. mit Zitronenverbene und Schlüsselblümchen im zukünftigen Kindertee ihren Platz einnehmen werden. Klar von Brombeerblättern an der silberfarbenen Unterseite unterscheidbar.

 

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Die Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) sieht man jetzt sehr oft in der Blüte stehen. Ihr markantes Erkennungsmerkmal ist ein roter Ring an den Stielenden. Sie gilt auch als Schutzpflanze, da ihre Hüllblätter sich schützend um die Blüte legen. Verwendet wird hauptsächlich die Wurzel der einjährigen Pflanze für Magenbitter und Räuchermischungen. Aber auch die Blätter können im Kräutersalz verwendet werden.

 

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Springkräuter unter sich… Links das indische oder auch drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera), dass ursprünglich aus dem Himalajagebiet stammt und sich seid dem 19 Jhd. explosionsartig bei uns ausbreitet. Aus dieser Blüte wird auch die Bachblüte Ipatiens hergestellt für Menschen, denen es immer zu langsam geht… Rechts das heimische „Rühr mich nicht an“ (Impatiens noli-tangere), dass in der Heilkräuterkunde eher selten verwendet wird.

 

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Der rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) gehört mittlerweile zu den geschützen Pflanzen bei uns! Früher gehörten deren Tinkturen in jede Hausapotheke und wurde speziell bei Lungenbeschwerden, Husten, Bronchitis und Asthma verwendet.

Es ist eine der wenigen eiweißverdauenden Pflanzen bei uns. An den klebrigen Tröpfchen bleiben kleine Insekten hängen und dienen dem Sonnentau als Nahrung.

 

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Die strahlende Wiesenkönigin macht ihrem Namen alle Ehre! Bei uns kennt man sie eher unter Mädesüß (Filipendula ulmaria). Sie ist ein Blutverdünner, ein ausgezeichneter Schwitztee und fiebersenkend bei Grippe.  Auch ein herrlich, duftiger Genuss im Blütenzucker für Gebäck aller Art.

 

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Das Bild links ist klar! Eine meiner Lieblingsfrüchte! Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) ist nicht nur als Marmelade oder auf dem Eis ein Genuss! Kennt ihr die Pflanze auf dem mittleren Bild? Ich war überrascht, dass beide gleichzeitig reif sind und so nahe beieinander wachsen….Sie hat optisch sehr viel Ähnlichkeit mit der Heidelbeere und gehört auch derselben Gattung an. Die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum) soll anscheinend bei manchen Menschen rauschähnliche Zustände hervorrufen.

 

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Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) seht auch schon in den Startlöchern zur Blüte. Es gibt auch eine heimische Goldrute (Solidago virgaurea) und beide sind das Kraut der 1. Wahl wenn es um Niere, Blase, Harnwege, Gicht, Rheuma usw. geht. Abgesehen davon ist die Goldrute eine starke Bienenweide.

 

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Als letztes für heute bezieht das Herzblatt (Parnassia palustris) Stellung. Eine zauberhafte Rarität und eigentlich nur auf Streuewiesen zu finden. Ihre Kronblätter dienen als Spiegel um das Sonnenlicht einzufangen. In dieser Blüte ist es somit immer etwa 3 Grad wärmer.

 

Und jetzt, Schluss für heute!

Wünsch euch allen einen entspannten Abend!

Liebe Grüße

Margot

 

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