Der Zauber eines Maßliebchens

„Einmal mehr aufstehen, als man auf mich drauftritt… so lautet mein Motto.

Sieh in mein Gesicht. So denzent, unscheinbar und doch bezaubernd mein Antlitz ist, so faustdick und bärenstarkt hab ich es hinter meinen weißen Zungenblüten. Die Kinder gesellen sich lieben gern zu mir, warum also nicht auch du? Lass deine Gedanken ziehen, erzähl mir deine Geschichte, sei im hier und jetzt und lass uns gemeinsam die Weite des Tales genießen.“

Zu viele Menschen empfinden ihr Leben wie das Maßliebchen. Sich klein machen, herum schupsen lassen, ignoriert und gedemütigt zu werden gehört schlimmstenfalls zum Alltag aber es liegt nicht in unserer Natur!

Genau diesen Menschen möchte ich nahelegen, sich dem kleinen Gänseblümchen zu widmen! An einem sonnigen Tag die trockenen Blütenköpfe in kaltgepresstem Öl anlegen und an einem schönen Plätzchen an der Sonne für eine Mondphase stehen lassen. Täglich schwenken. Danach absieben und gemeinsam mit Bienenwachs einen samtigen Balsam zaubern, der nach solch schweren Situationen in die Armbeugen oder Schläfen einmassiert werden kann.

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Es dauert nicht mehr lange und das Ruprechtskraut (Geranium robertianum) blüht auch bei uns wieder. Der „stinkende Storchenschnabel“ hat diesen Namen eigentlich nicht verdient, denn er duftet zauberhaft. Dieses Geraniengewächs hält eine besondere Eigenschaft für uns bereit. Nicht nur bei Augenbeschwerden und Nervenleiden eine Möglichkeit der Unterstützung sondern auch als „Stütze bei Demütigungen und einem gekränkten Herz“. Er kann gemeinsam mit dem Gänseblümchen verarbeitet werden.

Stinkender Storchenschnabel - Geranium robertianum

Der Begriff „Salbe“ ist für die Pharmaindustrie reserviert, die „Creme“ für die Kosmetik. Somit gibt es bei uns einen „Balsam“.

Hier noch eine wunderbar funktionierende Basisrezeptur, die ich selbst schon öfters verwendet habe:

100ml Heilöl

In unserem Fall das abgesiebte Gänseblümchen – Storchenschnabelöl. Gilt natürlich auch für jedes weitere Heilöl wie Ringelblume oder Johanniskrautöl.

10g Bienenwachs

Ich gebe meinen „Salben“ immer gern ein paar Tropfen Propolis für die Haltbarkeit dazu.

Jetzt noch etwa 5 Tropfen ätherisches Öl. Ich würde in diesem Fall Lavendel nehmen.

Los gehts:

Das Öl auf maximal 70 Grad erwärmen. Entweder im Wasserbad oder im Email Geschirr. Dann das Bienenwachs darin schmelzen lassen. Das Ganze weg vom Feuer und dann die Tinktur und das ätherische Öl dazu rühren. In Gläschen abfüllen. Sobald der Balsam abgekühlt ist, Deckel drauf. Fertig und mit dem Propolis etwa ein Jahr haltbar.

Nicht nur für ein wunderbares Hautgefühl sondern auch ausgiebig als bärenstarker Seelenbalsam zu verwenden.

Um noch ein wenig mit „wissenschaftlichem“ zu glänzen…

Das Maßliebchen enthält Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und Mineralstoffe. Vitamin C und Schleimstoffe. Dank den Saponinen (Seifenstoffen), die auch z.Bsp. im Schlüsselblümchen enthalten sind, wirkt es vielfältig. Vor allem aber in einer Teemischung wirkt es lösend bei festsitzendem Husten. Es regt den Stoffwechsel an und macht sich perfekt mit ein paar Blüten als gesunde Deko eines Frühlingssalates.

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… und jetzt, ab auf die Wiese!

Bis Bald

Margot